Ich wäre gerne Sophie Passmanns Freundin, denke ich mir beim Hören. Ich bräuchte dann auch keine Feindin mehr, denke ich weiter.
Ich bin eine von denen, die erst letztes Jahr auf Sophie Passmann gestoßen ist, ihr erstes Buch nicht gelesen hat und überhaupt auch nur über Instagram Inhalte von ihr mitbekommt. Ich bin auch eine von denen, die gerne ein bisschen so wäre wie sie und sich fragt, was sie vergleichsweise eigentlich mit 27 Jahren so getrieben, gesagt, gelebt und erreicht hat. Jetzt ist es raus. Ich bin auch eine von denen, die sich fragt ob es das Essay oder der Essay heißt. Jedenfalls hörte ich mir jetzt den/das Essay der Sophie an und hatte nicht nur für kurze Zeit schlechte Laune. Zu gern hätte ich mir kluge, zynische und/oder wissenswerte Gedankengänge angehört und sie als wertvoll für mich verwertet. Meistens hatte ich allerdings Fragezeichen in meinem Kopf. Große, kleine, dicke, dünne grüne, blaue Fragezeichen.
Viel Negatives wurde dargelegt, wenn auch mit einer begnadeten Beobachtungsgabe. Ob Sophie Passmann ein schlechtes Gewissen hatte, als sie deutlich negativ über ihre Freunde und Bekannte schrieb? (Selbst-) ironisch hin oder her. Jedenfalls: ich hatte ein schlechtes Gewissen, dann im Zweifelsfall für Sophie.
Eine klare Hörempfehlung kann ich leider nicht aussprechen, auch wenn ich das für meine Freundin Sophie gerne tun würde. Nun wisst ihr, maybe bin ich auch einfach zu alt für den heißen Scheiss – dafür weiß ich nun, was eine Persiflage ist.
Auf der Instagramseite des Kiwi-Verlags findet man übrigens ein aktuelles Interview mit ihr, das deutlich macht, warum ich Sophie Passmanns Freundin sein will und zeigt, dass bisschen weniger Negativität ihr ziemlich gut steht.
Bis zum nächsten Mal, die Meike

